Samstag, 15. Februar 2014

Vom Di 1 Okt 2013 bis zum Mo 6 Jan 2014 Louvre: Der Frühling der Renaissance

Der Louvre und das Museum Bargello in Florenz zeigen gemeinsam die Genese dieser großen künstlerischen und kulturellen Bewegung, welche in Florenz zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstand. Eine solche Ausstellung wurde seit zwanzig Jahren nirgendwo mehr organisiert.
Dass Florenz die Wiege der Renaissance ist, dieser großen kulturellen Veränderung, die sich in ganz Europa im 15. und 16. Jahrhundert ausbreitete, ist kein Geheimnis. Damals war Florenz eine sehr große Stadt mit über 100000 Einwohnern, eine reiche Handelsstadt mit einer großen Künstlertradition. Es ist die Stadt Dantes. Aber für Marc Bormand, Kurator der Ausstellung Printemps de la Renaissance, soll diese Ausstellung ermöglichen, die Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen, denn sie wird zeigen, dass entgegen einen weit verbreiteten Idee in der italienischen und florentinischen Renaissance ursprünglich nicht die Malerei, sondern die Bildhauerei und Architektur im Mittelpunkt standen. Neu war im 15. Jahrhundert die Bildhauerei. "
Der Antike entlehnte Ideen
In dieser Zeit des Quattrocento erwirbt die Republik Florenz einen Ruf als Erbin der Römischen Republik. Um ihre Überlegenheit zu zeigen, führt die Stadt eine Politik großer Bauten (das Baptisterium und die Fassade der Kathedrale, der Campanile, etc.), welche den Bildhauern die Möglichkeit gibt, sich zu erneuern. Wie kann man die menschliche Natur darstellen? Donatello gibt ein glänzendes Beispiel dafür mit seinem Saint Louis de Toulouse. Dieses „Meisterwerk der Ausstellung", laut Marc Bormand, ist eine 2,70 m hohe Skulptur, welche für den Außenbereich der Kirche Orsanmichele bestellt wurde. Die Falten der Kleidung sind nicht mehr steif, man erahnt den Körper, das Gesicht zeigt die Gefühle... Mit dem Saint Matthieu von Lorenzo Ghiberti, welcher ebenfalls präsentiert wird, läutet diese Skulptur das Wiederaufkommen der riesigen Bronzekulturen ein, die es seit der Antike nicht mehr gab. 
Dank der Flachreliefe von Donatello erzählt die Ausstellung auch von der Erfindung der mathematischen Perspektive, mit dem Fluchtpunkt in der Mitte. Man sieht hier die Erneuerung der Genres der Reiterstandbilder, die wunderschönen glasierten Terrakottareliefs von Luca della Robbia und das Aufkommen der „Spiritelli", dieser Figuren aus den antiken Sarkophagen, welche später zum Symbol des neuen Stils wurden. Diese ersten Kreationen werden parallel zu den Werken der Antike gezeigt, an denen die Künstler sich zur Umsetzung ihrer Ideen inspirierten. Die Ausstellung schließt mit einer Reihe Florentinischer Büsten ab, darunter die Büste des Cosimo de' Medici: Es handelt sich um eine neue Etappe der Renaissance, mit der Entwicklung der privaten Kunstförderung im Rahmen der Hegemonie der Medici.
Le Printemps de la Renaissance, la sculpture et les arts à Florence de 1400 à 1460 (Der Frühling der Renaissance, Bildhauerei und Künste in Florenz von 1400 bis 1460), bis zum 6. Januar 2014, Musée du Louvre, Paris 1. Arrondissement (louvre.fr ).

Der Marcus Aurelius von Averlino (um 1400-1445) und Darstellung des Herrn im Tempel (1423) von Gentile da Fabriano. © Dresde, Staatliche Kunstsammlungen ; Thierry Le Mage/Photo Rmn ; Kaï Jünemann ; A. Dequier/Musée du Louvre

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